Wenn Sie PowerPoint oder Keynote nicht so gut kennen, sich aber mit InDesign bestens auskennen, können Sie eine Flash-Präsentation oder PDF-Präsentation auch mit InDesign vorbereiten.
Das Format der Seiten für eine 4:3 Präsentation wäre dann 25,4 cm breit und 19,05 cm hoch. Bei einer Präsentation im 16:9 Seitenverhältnis, würde ich das Format 25,4 cm breit und 14,3 cm hoch verwenden. Das sind die Werte, die auch PowerPoint benutzt. Wenn Sie bereits wissen, dass später eine Flash-Datei exportiert werden soll, sollten Sie die Auflösung direkt beim Erstellen der Datei in der Liste der Seitenformate wählen, z. B. 800 x 600.
Um eine Präsentation zu erstellen, können Sie alle Möglichkeiten von InDesign nutzen. Aber es gibt einige besondere interaktive Elemente in Präsentationen, die Sie nun auch in InDesign vorbereiten müssen.
Dazu zählen Links, zu Folien oder Webseiten, Filme und Sounds und auch die Seitenübergänge.
Es gibt Hyperlinks in Präsentationen, die zu einer Webseite leiten. Diese wird dann im Browserfenster aufgerufen. Schreiben Sie die URL direkt in der Präsentation als kompletten Pfad mit http:// davor, können Sie den Link aus dem Text direkt übernehmen.
Wählen Sie aus dem Menü „Fenster --> Inteaktiv --> Hyperlinks“.
Im Menü des Bedienfeldes finden Sie den Befehl „Neuer Hyperlink aus URL“.
Der Link wird aber in InDesign immer erstmal einen schwarzen Rahmen um den Text legen. Um diesen Rahmen zu entfernen, wählen Sie aus dem Menü des Bedienfeldes nun den Befehl „Hyperlinkoptionen“.
Dort lässt sich der Rahmen ausschalten.

Abgesehen von Hyperlinks zu URLs gibt es auch Hyperlinks, die auf Bilder oder andere Textrahmen oder einfache Farbflächen gelegt werden können. Aktivieren Sie das entsprechende Element und aus dem Menü des Bedienfeldes den Befehl „Neuer Hyperklink“. Dieser kann dann näher definiert werden.
Folgende Hyperlinktypen sind möglich:

Ein Hyperlink zu einer anderen Datei sollte dann zu einer anderen Präsentation des gleichen Typs verweisen.
Ein Hyperlink zu einer E-Mail löst den Versand der E-Mail aus und muss mit einer E-Mail-Adresse angegeben werden.
Beispiel:
mailto:max.mustermann@mustermann.de
Ein Hyperlink zu einer Seite funktioniert in einem PDF wie eine Schaltfläche zu einer anderen Seite.
Ein Hyperlink zu einem Textanker kann erst eingerichtet werden, wenn das Hyperlinkziel also der Textteil, der als Anker funktionieren soll, vorher festgelegt wurde. Damit lassen sich Links zu bestimmten Textstellen auf einer Seite definieren (meist im PDF sinnvoll).
Ein Hyperlink zu einem „Freigegebenen Ziel“ zeigt bisher definierte Hyperlinks an, so dass diese nocheinmal verwendet werden können.
Eine Schaltfläche ist platt gesagt, ein Klick-Button. Dieser kann mit unterschiedlichen Aktionen belegt werden. Das Aussehen der Schaltfläche lässt sich ebenfalls mit allen möglichen InDesign-Funktion verändern. Sie können Text hineinschreiben, Bilder in die Schaltfläche laden und Effekte zuweisen.
Am einfachsten Starten Sie mit den Beispielschaltflächen. Rufen Sie aus dem Menü „Fenster --> Interaktiv --> Schaltflächen“ auf. In diesem Bedienfeld finden Sie in Menü und können dort den Befehl „Beispielschaltflächen“ aufrufen.
Ziehen Sie eine der Beispielschaltflächen auf die Seite.

Ändern Sie bei Bedarf den Namen der Schaltfläche. Im unteren Bereich ist der Status wählbar. Ist der Status „Normal“ ausgewählt und Sie verändern die Schaltfläche beispielsweise die Farbe, dann wird die Farbe nur für diesen Status geändert.
Die Aktion „Gehe zu Seite“ ist diesem Beispiel bereits zugewiesen. Um die Aktion wieder zu entfernen, klicken Sie auf den Minus-Button. Eine neue Aktion wird dann über den Plus-Button zugewiesen. Hier können Sie aus verschiedenen Aktionen wählen.

Die meisten Aktionen funktionieren sowohl in Flash als auch im PDF. Die Ausnahmen, die nur in Flash funktionieren, ist hier gekennzeichnet. Wenn Sie zu einer bestimmten Seite im PDF gehen möchten, müssen die Funktion mit dem Anker verwenden. Das Hyperlinkziel muss auf der Seite als Anker definiert sein. Meist müssen Sie die Buttons aber noch in der PDF-Datei korrigieren und den Link zum Ziel erneut festlegen.
Für den Export von PDF-Präsentationen können Sie noch wählen, ob die Schaltfläche im PDF sichtbar und druckbar sein soll. Diese Einstellung nehmen Sie im Bedienfeldmenü der Schaltflächen vor.

Wenn Sie möchten, können Sie in InDesign in einen Rahmen auch einen Film platzieren. Das funktioniert allerdings nur wenn Sie QuickTime 6.0 oder höher installiert haben. Sie können QuickTime-, AVI-, MPEG- und SWF-Filme hinzufügen. Leider unterstützt QuickTime SWF nicht mehr vollständig, so dass viele SWF-Dateien nicht funktionieren werden. Konvertieren Sie Filme bei Bedarf mit dem Adobe Media Encoder. Dieser liefert direkt das passende Format für InDesign.
Um die Filme im PDF präsentieren zu können, müssen Sie Acrobat 6 (bzw. den Reader 6) oder höher verwenden.
Skalieren Sie die Filme nicht in InDesign, da die PDF möglicherweise die Originalgröße des Films verwendet.
Im Bedienfeld „Fenster --> Interaktiv --> Medien“ können Sie die weiteren Einstellungsmöglichkeiten für den Film aufrufen.

Der Film kann in das PDF eingebettet werden. Dann muss er nicht separat mitgeliefert werden. Die Datei wird selbstverständlich größer. Aber Sie können auch eine URL für das Streaming des Films definieren.
Ein Standbild aus dem Film lässt sich nur festlegen, wenn Sie die Option „Standbild --> Aus aktuellem Bild“ aktiviert haben.
Exportierte SWF- und FLA-Dateien enthalten ebenfalls Filme und Sounds. Prüfen Sie bitte, ob alle Formate korrekt übergeben werden. Hier müssen Sie eventuell noch einmal in Flash nacharbeiten, damit die Präsentation vollständig wird.
Für den Import von Sounds in die Präsentation gelten fast die gleichen Regeln wie für Filme. Folgende Formate können Sie mit Hilfe von QuickTime auch für Sounds verwenden: WAV, AIF und AU. Es gibt allerdings eine Einschränkung für WAV-Dateien. Diese müssen unkomprimierte 8- oder 16-Bit-Dateien sein.
Um die Standbildoptionen für den Sound zu bearbeiten, verwenden Sie wieder das Bedienfeld „Medien“.
Wenn Sie eine Präsentation vorführen möchten, können Sie die Seitenübergänge bereits in InDesign einrichten und dann in das PDF bzw. die Flash-Datei übernehmen.
Aktivieren Sie die Seiten im Bedienfeld „Seiten“, für die Sie einen Übergang festlegen möchten. Dann wählen Sie im Menü des Bedienfeldes den Befehl „Seitenübergänge --> Wählen“.
Sie können die Übergänge auf alle Seiten (meist identisch mit Druckbögen, da eine Präsentation keine Doppelseiten benötigt) anwenden.

Falls Sie die Übergänge später noch für die Seiten bearbeiten möchten, können Sie das Bedienfeld „Seitenübergänge“ verwenden, das nun auf dem Bildschirm erscheinen sollte.
Sie können die Richtung, die Geschwindigkeit einstellen und auch Übergänge wieder ändern oder löschen.

Der einzige Übergang, der nur im SWF-Format funktioniert, ist entsprechend gekennzeichnet. Die anderen Übergänge funktionieren im PDF.
Jetzt müssen Sie die Datei für Flash exportieren, um die Flash-Präsentation fertig machen zu können. Das Format FLA wurde für die Bearbeitung der Datei in Flash eingeführt. Die Filme und Sounds müssen dort noch als interaktive Elemente geprüft werden.

Wenn Sie möchten, können Sie die Datei auch direkt im SWF-Format speichern. Dann beachten Sie allerdings bitte, dass der Seitenübergang für das Umblättern im Exportdialog aktiv sein muss. Andernfalls fehlt der Übergang.

Um die PDF-Präsentation zu speichern, wählen Sie den normalen Export-Dialog für PDF-Dateien. Nun müssen Sie allerdings darauf achten, dass Hyperlinks und interaktive Elemente erhalten bleiben. Stellen Sie die Optionen ein, damit das PDF wie gewünscht präsentiert werden kann.

Stellen Sie dann in Acrobat die Darstellung auf „Vollbild“, um die Präsentation zu testen.
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